Der Beginn einer neuen Anstellung ist ein wichtiger Moment, da man neue Herausforderungen angehen und sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden muss. Und wer eine Führungsrolle übernimmt, hat es sogar noch schwerer. Neue Führungskräfte müssen sich nicht nur in eine neue Rolle einfinden und möglicherweise an eine neue Unternehmenskultur anpassen, sie müssen außerdem verstehen, wie sie das Beste aus ihrem Team holen können.

Kollektive Verantwortung

Führungskräfte werden nicht nur nach ihrer eigenen Leistung, sondern nach der ihres gesamten Teams beurteilt. Gleichzeitig ist es ein Mythos, dass es nur eine Kultur am Arbeitsplatz gibt. Unternehmen sind ebenso vielfältig wie die Gesellschaft und viele neue Führungskräfte sind nicht darauf vorbereitet, in einem Team mit widersprüchlichen Kulturen und Werten zu arbeiten. Unabhängig von ihrer Größe haben die meisten Unternehmen bestimmte Werte, die eigentlich mehr ein Ziel und daher nicht besonders gut dafür geeignet sind, die kulturellen Werte der einzelnen Teammitglieder kennenzulernen.

Was können Sie also tun, um sich den Einstieg als Führungskraft in ein neues Team, eine neue Abteilung oder einen neuen Geschäftsbereich zu erleichtern.

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Was wird von einer Führungskraft erwartet?

Der erste Schritt ist es, so schnell wie möglich zu verstehen, was von Ihnen als Führungskraft erwartet wird. Sollen Sie ein Moderator sein, der das Team in die richtige Richtung weist, oder ein Direktor, der vom Team erwartet, das es seine Anweisungen befolgt? Beim ersten Modell erwartet das Team einen informelleren Stil und geht davon aus, dass es seine Arbeit selbstständig ausführen kann. Beim zweiten Modell sind Strenge und Mikromanagement nötig, damit das Team die nötige Leistung erbringt.

Beim zweiten Modell sind Strenge und Mikromanagement nötig, damit das Team die nötige Leistung erbringt.

Sie müssen außerdem entscheiden, ob Sie Ihren Stil unabhängig von dem, was vorher war, dem Team „überstülpen“ möchten, oder ob Sie sich an die bestehenden Normen anpassen.

Die meisten Menschen sind sich sicherlich einig darüber, dass die richtige Antwort irgendwo in der Mitte liegt. Eine Führungskraft ist eine Person, die für ihre individuellen Eigenschaften und Stärken eingestellt wurde – Sie wurden bereits für Ihre technischen Fähigkeiten und Ihre Kompatibilität mit der Unternehmenskultur ausgewählt. Gleichzeitig können Sie es sich nicht leisten, zu weit von den Erwartungen abzuweichen, wenn Sie die Leistung Ihres Teams steigern möchte.

Es gibt einige Tools, mit dem man die kulturellen Präferenzen eines Teams messen kann: The International Profiler geht über eine einfache Messung hinaus und kann bei der Bewertung der Kompetenzen helfen, die Sie und Ihr Team entwickeln müssen, um Ihre Effizienz zu steigern.

Entwicklung einer Teamkultur

Nachdem Sie die Erwartungen des Teams verstanden haben, kommt die Aufbauphase einer Teamkultur. Falls das Team neu zusammengestellt wurde, muss eine Drittkultur ausgehandelt werden, die den Werten jedes Mitglieds Rechnung trägt und gleichzeitig die „üblichen“ Praktiken für das Team definiert.

Das kann ein langwieriger Prozess aus Versuch und Irrtum sein, der aber den Vorteil hat, dass alle gemeinsam lernen. Eine gute Möglichkeit, solch eine Kultur zu etablieren, sind formellere Teambuilding-Veranstaltungen.

Bei bestehenden Teams sieht alles etwas komplizierter aus. Unabhängig davon, ob es Ihre Aufgabe ist, ein dysfunktionales Team wieder aufzubauen oder ein gutes Team in ein ausgezeichnetes Team zu verwandeln, sind die Normen und Routinen bereits etabliert. Auch die Häufigkeit und Art der Kommunikation sind bereits festgelegt und Sie müssen diese ungeschriebenen Regeln so schnell wie möglich lernen.

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Es wäre sehr unvernünftig, diese Praktiken sofort zu ändern, insbesondere, wenn das Team bereits gut zusammenarbeitet. Es kann aber auch als Schwäche wahrgenommen werden, wenn Sie alles einfach annehmen, ohne etwas zu hinterfragen.

Die beste Herangehensweise ist hier eine vorsichtige Neugier. Statt Verhaltensweisen fraglos anzunehmen, sollte man fragen, warum das wöchentliche Meeting nur mit dem halben Team stattfindet. Warum machen alle am Freitag eher Schluss? Gibt es einen Grund, warum ein Mitarbeiter nie an den Teammeetings teilnimmt? Und so weiter und so fort.

Seien Sie kein Einzelgänger

Während dieses Prozesses wird Ihr eigener Führungsstil zum Vorschein kommen. Er wird ihre Herangehensweise formen und die Bereiche sichtbar machen, die Sie eventuell weiter entwickeln sollten. Wenn Sie Ihr Team auf kooperative Weise formen, üben Sie gleichzeitig genau die Kompetenzen, die Sie als Führungskraft definieren: Motivation, Entscheidungsfindung, Problemlösung, Zeitmanagement, Änderungsmanagement und viele andere.

Die Diskussion um die Frage, ob Führungspersönlichkeiten geboren oder „gemacht“ werden, wird sich sicherlich ewig fortsetzen.

Ideal wäre es, einen Coach oder Mentor auf diesem Weg zu haben. Wer keine Fehler macht, gibt sich keine Mühe. Ein Coach kann Ihnen helfen, die Auswirkungen dieser Fehler so gering wie möglich zu halten, und Ihnen die nötigen Tools geben, um daraus zu lernen.

Die Diskussion um die Frage, ob Führungspersönlichkeiten geboren oder „gemacht“ werden, wird sich sicherlich ewig fortsetzen. Ein Forbes Artikel argumentiert, dass wir gar nicht unbedingt die Antwort auf diese Frage benötigen – einige werden als Anführer geboren, einige entwickeln sich dazu und wieder andere werden niemals gute Anführer sein. Um es wie Shakespeare zu sagen: Einige werden als Anführer geboren, einige werden zu guten Anführern und andere schaffen es nie.

Es ist aber auch klar, dass selbst geborene Anführer ihre Fähigkeiten und ihr natürliches Talent weiterentwickeln und verfeinern müssen. Machen Sie sich aber keine Illusionen – Führung kann niemals perfektioniert werden, sie kann sich aber immer weiter entwickeln.